Rangeleien und Anfeindungen bei Pegida in Dresden

Circa 300 Beamte waren am Montag im Einsatz um die Veranstaltungen zu trennen. Bild: DMR

Dresden. Am gestrigen Montag, den 17.08.2020 war die Dresdner Innenstadt wieder Schauplatz für eine Demonstration der mittlerweile 6 Jahre alten rechts konservativen Pegida-Bewegung. Dabei kam es zu gewaltsamen Übergriffen seitens Pegidademonstrant*innen gegen die Organisator*innen der Gegenveranstaltung.

Relativ am Anfang der Kundgebung griffen ein paar Pegidateilnehmer*innen den Lautsprecherwagen der Demonstration von Nationalismus raus aus den Köpfen an. Sie versuchten den im Auto sitzenden Organsiator*innen das Mikrofon aus der Hand zu reißen und schlugen dabei mit Regenschirmen auf die Organistor*innen ein. Andere Gegendemonstranten, sowie die Organisator*innen selbst beklagten das sehr späte eingreifen und aggressive Verhalten der Polizei vor Ort.

Dazu Johannes Schuman Pressesprecher von Hope Fight Racism: “Vom heutigen Demotag bleibt uns leider nur ein bitterer Nachgeschmack, schockiert vom unkooperativen Verhalten, vom aggressiven Vorgehen gegen uns und unsere Demoteilnehmenden. Uns ist es heute gelungen, der Stadt und Pegida den Spiegel vorzuhalten, was zu sehr aggressiven und brutalen Maßnahmen, gegen Demonstrierende unserer Versammlung  und gegen uns selbst führte, wir werden in den nächsten Wochen beobachten, wie die Situation und die Zusammenarbeit mit der Polizei und Stadtverwaltung sich entwickelt und werden daraus unsere Schlüsse ziehen”.

Die Polizeidirektion Dresden betitelte in ihrer Pressemitteilung die genannten Geschehnisse als Rangelei, welche später von Polizeibeamt*innen unterbunden wurden.

Dies ist nicht der erste Vorfall: Pegida hatte schon des Öfteren Schlagzeilen wegen gewaltsamen Übergriff gemacht. Ein bekanntes Beispiel dafür war der 01.06., genauer Pfingstmontag, an dem zahlreiche Pegidaanhänger*innen friedliche Gegendemonstranten angriffen. Das verursachte damals ein großes Medienecho.

Viele Gegendemonstrant*innen beschweren sich über die ungleiche Behandlung und fühlen sich durch die Polizei nicht mehr vor Übergriffen seitens Pegida geschützt. Zudem kritisieren sie seit Monaten das immer gewaltvoller und aggressiver werdende Vorgehen der Polizei gegenüber Gegendemonstrant*innen.

Eine Gegendemonstrantin dazu: “Die Polizei setzt jede Woche mehr Leute ein, die immer aggressiver, besonders gegen junge Demonstrant*innen vorgehen. Damit schürt die Polizei vermehrt Angst und Wut bei uns”.

Jüngstes Beispiel dieses zweifelhaften Vorgehens der Polizei war das Demonstrationsgeschehen am 03.08, wo eine an der Seite stehende junge Gegendemonstrantin durch den Schlag eines Polizeibeamten zu Boden ging. Dabei zog sie sich eine schwere Kopfplatzwunde zu, welche im Krankenhaus behandelt werden musste.

Schilderung der betroffenen Demonstrantin:

“Ich stand auf dem Fussweg und wollte gerade nochmal die Lage checken, was gerade alles abgeht. Als ich gehen wollte sind plötzlich Polizisten auf Andere und mich losgegangen und haben wahllos auf uns als Menschenmenge eingeschlagen, dabei hat mir ein Polizist ins Gesicht geschlagen, sodass ich mit dem Kopf auf eine Tischkante geknallt und auf dem Boden aufgeschlagen bin”.

Die Polizei äußerte sich in ihrem Pressebericht damals nicht zu diesem Vorfall.

Quelle: SPM Gruppe/ mo/ dmr