Gedichte

Thema Gesellschaftsentwicklung

Der Storch

Ein alter Storch erkannte:
Ihm schlug die letzte Stunde.
Drum rief er schnell die anderen
zur letzten großen Runde.

„So wie dir“, sprach einer,
„wird’s uns bald auch ergehn.
Die Menschen werden immer gemeiner –
wir haben’s ja gesehn!“

„Nein, ihr werdet Leben!“,
widersprach der Alte sofort.
„Doch Menschen wird’s nicht mehr lang geben,
wenn sie so weitermachen – dort!“

Dem Blick des Storches folgend
blickten alle, starr und stumm,
und sahen Menschen hassend, kämpfend,
brachten sich selber um!

„Uns kannn’s nur weiter geben,
wenn wir Frieden halten!“
Ein Storch verließ das Leben,
mit ihm viele Menschengestalten.

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Danksagung

Der Eisbär kämpft unerbittlich.
Es gibt kein´ Platz mehr zum stehn,
gar kein Eis mehr zu sehn.
Und er denkt sich:
„Danke lieber Mensch!“

Ein toter Hai liegt im Sand.
Die Kiemen voll Plastik,
am zu süßem Wasser erstickt.
Eine Angst, die er nicht gekannt.
„Danke lieber Mensch!“

Der Frosch ist gefangen.
Seine Heimat, der Regenwald, brennt,
weil jemand nur Profit kennt.
Und er schreit aus den Flammen:
„Danke lieber Mensch!“

Die Sonne scheint unbarmherzig herab.
Der Gärtner verzieht sein Gesicht.
Auf seinen Beeten wächst außer Disteln nichts.
Und so schaufelt der Mensch sich sein eigenes Grab.
„Danke lieber Mensch!“

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Zwischen Hoffen und Bangen

Ein freies Land,
Der Wind weht sacht, doch im Innern sind die Menschen aufgebracht.
Auf Sturm stehen die Zeichen.
„Die Fremden sollen weichen.“
Die Gerechtigkeit leidet und jeder meidet
die, die anders aussehen;
lässt sie weiter im Regen stehen.

Was sind schon Grenzen? Schrift auf Papier!
Ein Symbol der Missgunst, des Neides, der Gier.
Was wollt ihr denn noch, ihr habt doch genug?
Tut euch zusammen, erst dann seid ihr klug!
Stärker ist man zusammen, so war’s schon immer.
Jeder allein schafft’s nie und nimmer!

Wir müssen es alle begreifen,
vom großen-ganzen Gleichen.
Wir könnten nur hoffen und bangen,
die Politik stellt sich dabei befangen.
Eine Änderung im System muss her,
gemeinsam gegen Hass und Fremdenabwehr.

Das 20. Jahrhundert ist lange her.
Seine Ideologien betreffen uns nicht mehr.
Trotzdem handelt Ihr nach ihnen.
Warum? Ihr müsst ihnen nicht mehr dienen!
Hass gegen andere, aus eigener Hand,
getarnt als Liebe zum Vaterland.
Bitte benutzt doch mal Euren Verstand!
Damit lauft ihr noch gegen die Wand.

Wagt doch mal was,
geht auf Fremde und zu.
Und stellt fest:
Sie sind gar nicht anders als ich und du.

Und stellt euch die Frage:
Was würdet ihr tun in ihrer Lage?

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